Die Einführung einer zusätzlichen Form der Berufsbildung verunsichert die Beteiligten

09.01.15 Pressemitteilungen

Die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien) ist der Meinung, dass die Bildung entscheidend zur Entwicklung einer Wirtschaft beiträgt. Deshalb hat uns dieses Thema auch ständig beschäftigt. Als einheitliche Stimme deutscher Investoren, die ein Mangel an qualifizierten Fachkräften erkannt haben, haben wir die Einführung eines Berufsbildungssystem befürwortet, das langfristig gut ausgebildete Arbeitskräfte sichert, die dringend notwendig für den Arbeitsmarkt sind. Durch den Erlass der Dringlichkeitsverordnung (OUG) 94/29.12.2014, die die Einführung einer zusätzlichen Form des „dualen Ausbildungssystems“ vorsieht, wird jedoch die bisherige gute Entwicklung eines qualitativen und nachhaltigen Berufsbildungssystems verlangsamt.   

Die Einführung einer zusätzlichen Form der Berufsbildung, nach nur zweieinhalb Jahren der Wiederbelebung der beruflichen Bildung in Rumänien, wird sowohl die Unternehmen, als auch die Schüler und die Eltern verunsichern. In letzter Zeit hat die berufliche Ausbildung in Rumänien an Attraktivität gewonnen und immer mehr Unternehmen und Schüler sind daran interessiert. Die Einführung des „dualen Systems“ als eine Bildungsmaßnahme, die sich auf den ersten Blick nicht sehr stark von dem System unterscheidet, das Anfang 2012 eingeführt wurde, wird zu Schwierigkeiten für die Beteiligten führen, die beiden Formen voneinander zu unterscheiden, diese richtig zu verstehen und die beste Ausbildungsform zu wählen.

Deshalb sind wir der Meinung, dass die 2012 eingeführte Form der Berufsbildung als einzige Form der beruflichen Bildung in Rumänien beibehalten werden soll.

Die zuständigen Behörden sollten sich auf die Bekanntmachung und Verbesserung dieser Bildungsform konzentrieren und nicht auf die Einführung einer neuen Ausbildungsform, die die Beteiligten, Unternehmen, Schüler und Eltern, verunsichert. Innerhalb des aktuellen Berufsbildungssystems ist noch viel zu tun und wir möchten auf nur einige Aspekte hinweisen, die in Betracht gezogen werden müssen: die Anpassung der Standards und der Ausbildungsprogramme an den Arbeitsmarkt, die Festlegung der Schüleranzahl je nach Bedarf der Unternehmen, die Entwicklung eines Systems für die Qualitätssicherung der Bildung innerhalb der Schulen, aber auch der Unternehmen, die Ausstattung der Schulen, die Organisierung der Abschlussprüfungen auf nationaler Ebene mit landesweit einheitlichen Prüfungsaufgaben, die die Beibehaltung von hochwertigen Qualitätsstandrads sichern.

Über die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer

Die im September 2002 gegründete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien) zählt gegenwärtig über 500 Mitgliedsunternehmen und ist die größte bilaterale Handelskammer in Rumänien. Mit ihrem Leistungsangebot und ihren Veranstaltungen unterstützt sie deutsche Firmen bei ihrem Markteintritt in Rumänien und ist zugleich ein Partner für rumänische Unternehmen mit Interesse am deutschen Markt. In Rumänien widmet sich die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer aktiv der Implementierung des dualen Berufsbildungssystems nach deutschem Vorbild.

Pressekontakt:      
 
Carmen Kleininger
Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer
Tel.: +40 21 207 91 50; Fax: +40 21 223 15 38
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