Deutsche Unternehmen übernehmen ihre ausgebildeten Berufsschulabsolventen in die Festanstellung

27.10.15 Pressemitteilungen

Im September 2013 verpflichteten sich 15 deutsche Unternehmen, hauptsächlich Hersteller aus dem Automotive-Bereich, 213 rumänische Schüler im Alter von 15-16 Jahren im Rahmen eines dualen Systems auszubilden. Für zwei Jahre besuchen die Schüler den theoretischen Unterricht in technischen Berufsfeldern wie Elektromechaniker, CNC-Maschinenbediener oder Werkzeugmechaniker und setzen das Gelernte im Anschluss in den Ausbildungsbetrieben in die Praxis um. Im Anschluss findet die vertiefende Phase mit einer intensiven Einarbeitung im Betrieb statt. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt der praktische Teil der Ausbildung höchstens 60 %, im zweiten Jahr bis zu 75%. Im dritten Jahr verfügen die Auszubildenden in der Regel bereits über genügend praktische Erfahrung, sodass sie am Produktionsprozess mitwirken können.

Zwei Jahre später, im Sommer 2015, konnten 188 von 213 Schülern die Berufsschule erfolgreich mit einem Abschlusszeugnis beenden. Von den 188 Berufsschulabsolventen sind nun 170 in jenen 15 Betrieben angestellt, in denen sie ausgebildet wurden. „Wir sprechen hier von einer Beschäftigungsfähigkeit von 90%! Das sind junge Leute im Alter von 17-18 Jahren, die einen sicheren Arbeitsplatz haben und mit denen ihre Arbeitgeber sehr zufrieden sind, da sie ab dem ersten Tag gezielt eingearbeitet wurden und so die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen konnten. Einige deutsche Unternehmen haben sogar 60 Schüler ausgebildet und übernommen. Wir glauben, dass die Erfolge der Berufsausbildung bereits greifbar sind,” erklärt Sebastian Metz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer.

Auch die Vertreter der beteiligten deutschen Unternehmen zeigen sich zufrieden mit dem angewandten Bildungssystem: „Dieses Ausbildungssystem bringt uns als Arbeitgeber den entscheidenden Vorteil, dass wir unsere zukünftigen Arbeitnehmer in den jeweiligen Berufen einarbeiten können,” bemerkt der Vertreter eines deutschen Unternehmens in Braşov. Der Erfolg ist mehreren Faktoren zu verdanken, zu denen in erster Linie die aktive Einbringung der Unternehmen in den Ausbildungsprozess zählt. So bieten die Firmen Unterstützung für die Ausstattung der Labore und Werkstätte in den Berufsschulen, leisten den Schülern finanzielle Beihilfe während der gesamten Ausbildungsdauer, koordinieren den Verlauf der ausbildungsbegleitenden Praktika und übernehmen im Anschluss im Regelfall die Auszubildenden in ein festes Anstellungsverhältnis. Der zweite entscheidende Faktor für die erfolgreiche Durchführung der Ausbildung ist die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Durch die Hilfestellung bei der Ausstattung der Klassenräume, aber auch aufgrund des gestiegenen Bewusstseins für die Relevanz dieser Ausbildungsform, konnten sich die Behörden als wichtiger Akteur für die Entwicklung des Ausbildungssystems beweisen.

Die deutschen Firmen tragen aktiv zur Entwicklung des Systems bei. Die Fachkompetenz der Absolventen aus den Berufsschulen entspricht nach deren Ausbildung den hohen Erwartungen der Firmen, die eine stetige Steigerung der fachlichen Qualifikationen anstreben. In der Regel ist die Übernahme der Auszubildenden von deren Leistungen in dem jeweiligen Modul, auf das sie sich im Rahmen der Ausbildung spezialisiert haben, abhängig.

Sicherlich ist das System noch lange nicht perfekt; die deutschen Unternehmen betonen, dass eine anhaltende Niveausteigerung der praxisbezogenen Ausbildung notwendig sei, um allen beteiligten Unternehmen Erfolgsperspektiven bieten zu können. Zur Realisierung dieses Ziels gilt es folgende Schlüsselelemente zu beachten: Aktualisierung der verschiedenen Berufsbilder, Weiterbildungen für Lehrer, strengere Abschluss- und Zertifizierungsprüfungen auf nationaler Ebene, bessere Ausstattung der Schulen, Erweiterung der Informationsmöglichkeiten zur Berufsausbildung, eine rasche Anpassung an die Anforderungen des Arbeitsmarktes sowie die Kontrolle beteiligter Firmen, die Ausbildungsplätze anbieten.

Die AHK Rumänien bietet Informationen und Beratungsgespräche zu dem Berufsausbildungssystem in Rumänien sowie zum dualen Bildungssystem in Deutschland, Zertifizierungskurse für unternehmensinterne Ausbilder nach deutschem Standard sowie die Erstellung ganzheitlicher Berufsausbildungsprojekte an. Darüber hinaus engagiert sich die AHK für eine Verbesserung des rumänischen Berufsausbildungssystems und arbeitet eng mit den staatlichen Einrichtungen in Rumänien und Deutschland zusammen.

Über die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien)

Die AHK Rumänien ist die offizielle Vertretung und zugleich die größte bilaterale Handelskammer in Rumänien. Die AHK Rumänien gehört, zusammen mit den IHKs, zum weltweiten Netzwerk der Auslandshandelskammern, dessen Dachorganisation der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) in Berlin ist. Die im September 2002 gegründete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer zählt rund 530 Mitgliedsunternehmen und bietet Unternehmen eine wichtige Networking-Plattform für Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Mit ihrem Leistungsangebot und ihren Veranstaltungen unterstützt sie aktiv deutsche Firmen bei ihrem Markteintritt und Standortaufbau in Rumänien und ist zugleich ein Partner für rumänische Unternehmen mit Interesse am deutschen Markt. In Rumänien widmet sich die AHK Rumänien aktiv der Implementierung des dualen Berufsbildungssystems nach deutschem Vorbild und betreibt eine eigene GreenTech Initiative, econet romania, sowie ein eigenes Ständiges Schiedsgericht.

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