Deutsche Unternehmen blicken besorgt in die Zukunft

20.09.18 Pressemitteilungen, Pressemitteilungen

Um an einem Standort erfolgreich zu sein, brauchen Unternehmen ein stabiles Geschäftsumfeld und öffentliche Entscheidungsträger, die offen für einen realen Dialog mit den Wirtschaftsvertretern sind. Faktoren wie Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik, öffentliche Verwaltung, Verfügbarkeit von Fachkräften, Verkehrsinfrastruktur, Rechtssicherheit, Korruptionsbekämpfung, Arbeitsmarkt oder öffentliche Vergabe sind weiterhin ausschlaggebend für eine Investitionsentscheidung. Zahlreiche deutsche Unternehmen haben in Rumänien diese Bedingungen vorgefunden, kontinuierlich und langfristig in Rumänien investiert, Produktionsstätten aufgebaut und erweitert und somit in erheblichem Maße zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen beigetragen.

Auf Grund der derzeitig sehr guten Konjunktur sind die meisten Unternehmen mit ihrer eigenen Geschäftslage zufrieden, wollen mehr Personal einstellen und ihre Investitionen fortführen. Das geht auch aus der aktuellen Konjunkturumfrage hervor. Die gute Geschäftslage deutscher Unternehmen in Rumänien ist insbesondere der positiven Entwicklung der Hauptwirtschaftspartner, insbesondere Deutschland, zu verdanken. Die Anzahl der Befragten, die die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens als gut beurteilen, liegt mit 56% auf dem Niveau der Vorjahre (2015: 54%, 2016: 50%, 2017: 55%). Was die Entwicklung der Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr betrifft, meinen 60% der Befragten, dass sich diese verbessern wird (2015: 75%, 2016: 61%, 2017: 53%).

Doch blicken viele Unternehmen zunehmend pessimistisch auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Rumänien, da die Nachhaltigkeit und positiven Effekte der staatlichen Maßnahmen in Frage gestellt werden und Investitionen in zentrale Kriterien, die den Standort langfristig sichern, nicht angepackt werden.

Im letzten Jahr haben die Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit im Wirtschaftsleben zugenommen, das Vertrauen in die Regierung ist weiter geschrumpft und damit auch die Hoffnung, dass die notwendigen Schritte unternommen werden, um Reformen wie die Modernisierung der Verwaltungsstrukturen und Abbau der Bürokratie, die Fortführung der Korruptionsbekämpfung, eine Verbesserung der Absorption von EU-Fördermitteln, die Privatisierung von Staatsbetrieben bzw. der Abbau bestehender Ineffizienzen in diesen Betrieben und die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts voranzutreiben. Arbeits- und Fachkräftemangel, Rechtsunsicherheit und politische Instabilität erschweren den Erfolg am Investitionsstandort Rumänien. Außerdem sehen die Unternehmen große Mängel in der Verkehrsinfrastruktur. Die zahlreichen gesetzlichen Änderungen und das Bremsen von Reformen im öffentlichen Sektor sowie die Senkung der staatlichen Investitionen zugunsten der Erhöhung von Löhnen und Gehältern sind ein weiterer Grund für die negative Stimmung unter den Investoren.

In der Konjunkturumfrage, die wir im Frühjahr unter Unternehmen mit deutschem Kapital in Rumänien durchgeführt haben, wird die aktuelle Wirtschaftslage sowie die wirtschaftliche Entwicklung von den deutschen Unternehmen schlechter bewertet als im Vorjahr. Diese Einschätzung zur Wirtschaftsentwicklung ist auf den ersten Blick erstaunlich angesichts des sehr hohen Wirtschaftswachstums (rund 7%) im letzten Jahr. Die Unternehmen rechnen damit, dass sich das Wachstum deutlich abkühlen wird, da die so notwendigen Investitionen zum Beispiel in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit bislang ausgeblieben sind. Für die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen in Rumänien ist die wirtschaftliche Lage des Landes befriedigend und nur 18% (2015: 15% 2016: 30%, 2017: 31%) schätzen diese als besser ein im Vergleich zu 2017.

Vor diesem Hintergrund fordert die AHK Rumänien die rumänische Regierung erneut dazu auf, ihre Investitionsausgaben in die Schlüsselbereiche wie Bildung, Infrastruktur, Gesundheit deutlich zu erhöhen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Migration der Arbeitskräfte zu stoppen und die Modernisierung der rumänischen Verwaltung intensiver voranzutreiben. Die AHK Rumänien bleibt weiterhin ein zuverlässiger Partner der rumänischen Behörden und ist offen für einen konstruktiven Dialog.


Über die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien)

Die AHK Rumänien ist die offizielle Vertretung der deutschen Wirtschaft in Rumänien und zugleich die größte bilaterale Handelskammer in Rumänien. Die AHK Rumänien gehört, zusammen mit den IHKs, zum weltweiten Netzwerk der Auslandshandelskammern, dessen Dachorganisation der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) in Berlin ist. Die im September 2002 gegründete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer zählt über 550 Mitgliedsunternehmen und bietet Unternehmen eine wichtige Networking-Plattform für Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Mit ihrem Leistungsangebot und ihren Veranstaltungen unterstützt sie aktiv deutsche Firmen bei ihrem Markteintritt und Standortaufbau in Rumänien und ist zugleich ein Partner für rumänische Unternehmen mit Interesse am deutschen Markt. In Rumänien widmet sich die AHK Rumänien aktiv der Implementierung des dualen Berufsbildungssystems nach deutschem Vorbild und betreibt eine eigene GreenTech Initiative, econet romania, sowie ein eigenes Ständiges Schiedsgericht. 


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