Mitgliedertreffen Mai

Das Mitgliedertreffen am 9. Mai 2017 stand unter dem Zeichen des Europatages. Wir haben deshalb versucht, zusammen mit unseren Gästen Radu Craciun und Dan Dungaciu, die Rolle Rumäniens im europäischen Kontext zu verstehen, wirtschaftlich und politisch. Radu Craciun, Präsident BCR Pensii, erklärte, dass es zur Zeit wenige Gründe zur Besorgnis gibt, weil wir eine politische Mehrheit haben. Auf den ersten Blick sieht alles gut aus, wirtschaftlich betrachtet: die Inflationsrate Ende des Jahres wird bei 2% liegen, das Wirtschaftswachstum bei über 4%, die Anhebung der Löhne und Gehälter führt zu einer Steigerung des Konsums, Steuern werden gesenkt. Ein immer größeres Problem stellt aber der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die Volatilität der rumänischen Volkswirtschaft dar, die eine der größten Volatilitäten unter den europäischen Staaten ist. Das Interesse des Geschäftsumfeldes müsste sich ändern und eine Entwicklungsstrategie Rumäniens fordern. Es müssen neue Opportunitäten auch in anderen Gebieten Rumäniens entstehen, wie zum Beispiel im östlichen Teil, in der Region Moldau, unterstrich Craciun.
Der wirtschaftliche Kontext ist also positiv und es gibt wenige besorgniserregende Gründe, das Risiko kommt eher aus dem Bereich Geopolitik, entweder durch die politischen Entscheidungen, die getroffen werden oder durch die Kontaminierung des Landes. Wichtig ist, dass Rumänien ein starker Staat bleibt, wirtschaftlich und finanziell betrachtet. Dieser Gedanke wurde auch von Dan Dungaciu, Leiter des Institutes für Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen der Rumänischen Akademie, übernommen, der Rumänien im strategischen Kontext dargestellt hat. Seiner Meinung nach, wird die Europäische Union nicht erweitert, so dass Rumänien ein Grenzgebiet bleibt, eine Grenze zwischen Osten und Westen. In dieser Hinsicht muss das Land wichtige politische Entscheidungen treffen und Stellung zum europäischen Projekt nehmen.